Flammkuchen
ist eine traditionsreiche Spezialität aus der süddeutsch-französischen
Grenzregion. Der Ursprung des Flammkuchens ist in Urgroßmutters
Zeiten zu finden, als noch auf jedem badischen und elsässischen Bauernhof
das Brot in einem Holzbackofen gebacken wurde.

Um die richtige Backtemperatur für das Brotbacken festzustellen,
wurde ein Stück Brotteig ausgewellt, mit Rahm, Zwiebeln und geräuchertem
Schinken belegt und für ca. 2-3 Minuten in den Ofen geschoben. Die
Reisigbündel wurden zur Seite gekehrt und die erste Hitze wurde ausgenutzt,
um den Flammkuchen zu backen. War der Flammkuchen innerhalb dieser kurzen
Zeit durchgebacken, so hatte der Backofen die richtige Temperatur und
man konnte mit dem Brotbacken beginnen.

Der heiße Flammkuchen wurde sofort verzehrt, dazu gab es einen guten,
trockenen Wein und es entstand dabei ein kleines Fest in geselliger Runde.
Die ganze Familie und Freunde waren begeistert von dieser leckeren Spezialität
und konnten kaum das Wochenende abwarten, um wieder den köstlichen
Geschmack und den Duft des gebackenen Flammkuchens genießen zu können.
Diese alte Tradition hat sich im Elsass bis heute noch bewahrt. Viele
Gasthöfe, sogenannte „Ferme Auberge“ feuern ihre Holzöfen
nur an Wochenenden an und backen ihre köstlichen Flammkuchen. Sie
werden auf dünnen Holzbrettern serviert und wie früher mit den
Händen gegessen. Der Flammkuchen wird gemeinsam in gemütlicher
Runde verspeist, d.h. ein Kuchen nach dem anderen wird auf den Tisch gestellt
und jeder nimmt sich ein Stück solange der dünne Kuchen noch
heiß und knusprig ist. Dazu reicht man einen Elsässer Riesling
oder einen Pinot blanc.
Da der Kuchen direkt neben den Flammen gebacken wurde, erhielt er auch
seinen Namen „Flammkuchen“, im Elsass auch „Flammekueche“
genannt.

Der Flammkuchen bietet reichlich Möglichkeiten zum Experimentieren
und wird nicht nur in seiner klassischen
Variante mit Schinken und Zwiebeln angeboten, sondern auch mit vegetarischen
und süßen Belegvariationen. Dem Einfallsreichtum sind keine
Grenzen gesetzt.
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